Weihnachten in Schweden

Die Schweden begehen das Weihnachtsfest, den wichtigsten und längsten Feiertag des Landes, sehr ausgelassen und stimmungsvoll. Der Heilige Abend ist der Hauptfeiertag. Aber bereits im Vorfeld gibt es feierliche Rituale, die bereits im November beginnen.

Regionale Traditionen und Bräuche

Am ersten Adventssonntag wird die Weihnachtszeit mit einem Besuch der Kirche eingeläutet.

Jedes Jahr am 13. Dezember begehen die Schweden das Luciafest. Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren lassen sich im Vorfeld zur Wahl der Lucia aufstellen. Die Anwärterinnen werden in den Tageszeitungen mit Bildern vorgestellt und letztendlich von den Lesern gewählt. Jedes Dorf wählt seine eigene Luciakönigin. Am Festtag erstrahlen die Mädchen in ganz Schweden in weißen Kleidern, mit Lichterkränzen im Haar und einem Tablett mit Kaffee und Kuchen, die den Nachbarn und der Familie angeboten werden. Zu diesem Anlass werden Lussekatter gebacken, die traditionell mit Glögg, dem landestypischen Glühwein mit Mandeln und Beeren, gereicht werden.

Rezept Lussekatter

  • ½ TL Safran mit 1 ½ Tasse Zucker mischen
  • 50g Hefe in etwas lauwarmer Milch auflösen
  • Ein geschlagenes Ei hinzufügen
  • 200g geschmolzene Butter mit ½ L erwärmter Mich mischen und zu der Hefe geben
  • 1 TL Salz, Safran und Zucker sowie 1kg Mehl dazugeben
  • Teig schlagen und aufgehen lassen
  • Zirka 30 Lussekatten formen und diese erneut auf dem Backblech gehen lassen
  • Die Lussekatten mit Eigelb bestreichen und mit Rosinen garnieren
  • Bei 250 – 275 °C ca. 8 Minuten backen, bis sie goldgelb sind

Der Christbaum

Seit dem 19. Jahrhundert schmücken die Schweden ihren Weihnachtsbaum. Am Vorabend des Weihnachtsfestes wird er mit Lametta und Christbaumschmuck bestückt. Die Spitze erhält einen Stern. Neben dem Baum findet man zumeist den Julbock, ein aus Stroh gefertigter Ziegenbock. Diesem urigen Dekorationstier wird eine lange Tradition nachgesagt. Unter anderem wurde er im 19. Jahrhundert von den Nachbarn stibitzt und auf dem Hof versteckt. Die Bestohlenen mussten diesen heimlich finden und zurück an seinen Platz bringen. Am Heiligabend werden die Geschenke unter dem Baum platziert.

Der heilige Abend

Am 24. Dezember ist es in Schweden Brauch, am Vormittag Verwandte und Bekannte zu besuchen. Während am Nachmittag im Fernsehen Weihnachtscartoons laufen, werden die letzten Vorbereitungen getroffen. Nach dem lange dauernden Festmahl singen die Familien Weihnachtslieder unter dem Christbaum bevor die drei Kobolde Tomtebisse, Tomte und Nisse die Geschenke für die Kinder bringen. Aber hin und wieder klopft auch der Weihnachtsmann Jultomten persönlich an die Tür. Um den Wichteln und dem Weihnachtsmann seine guten Wünsche zu überbringen, stellen die Familien ihnen süßen Milchbrei vor die Tür.

Das traditionelle Weihnachtsmahl

Bereits am Vortag wird der Lillejulafton begangen, der zur Vorbereitung des Weihnachtsfestes gilt. Während der traditionelle Weihnachtsschinken Julskinka gekocht wird, üben die Kinder ihre Gedichte und Lieder. Am heiligen Abend wird am festlich gedeckten Julbord der frisch aus dem Ofen kommende Schinken als gegrillte oder gebackene Variation mit Senf serviert. Des weiteren bietet der reich gedeckte Tisch marinierten Hering, Kartoffeln, Rotkohl, Rippchen, Fleischklößchen und Schweinesülze. Neben den landestypischen Jannsons fretelse, einem Kartoffel-Gratin mit Hering, und einem besonders zubereiteten Trockenfisch namens Lutefsik werden Brot und Butter gereicht. Dazu trinkt man Bier, Julmust (Limonade mit Kräutern) und Schnaps. Als Nachtisch ist der Reispudding sehr beliebt, der ähnlich dem deutschen Milchreis mit rote Grütze und Zimt serviert wird.

Am 25. Dezember startet der Tag für die meisten Schweden mit der Christmesse, bevor der zweite Feiertag eingeläutet wird.

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