Wichteln und Wichtelgeschenke zu Weihnachten

Dieses Jahr schon gewichtelt?

In der Weihnachtszeit eine oft gestellte Frage. Aus Schweden kam die vorweihnachtliche Sitte, sich mit anonymen vorzeitigen Bescherungen die Zeit bis zum weihnachtlichen Gabentisch zu verkürzen. Julklapp bedeutet nichts mehr oder weniger als Weihnachtsgeschenk. Im 19. Jahrhundert wanderte dieser neckische Brauch von Skandinavien nach Norddeutschland ein, geriet im 20. Jahrhundert ein wenig in Vergessenheit und erlebt jetzt wieder unter dem Decknamen Wichteln und Wichtelgeschenke zu Weihnachten ein stürmisches Revival.

Wichteln als vorweihnachtlicher Spaß

Kennen Sie Wichtel? Die kleinen putzigen Kerle, die gerne in deutschen Vorgärten allerliebst herumstehen, gehören als Sagengestalten vor allem in Nordeuropa zu Weihnachten wie Rudolf, der Elch. Wichtel sind kleine gutmütige Trolle, die im Prinzip nur Gutes tun. Weihnachtswichteln ist daher vom Grunde her eine sehr nette Geste. In Skandinavien war und ist es vor allem innerhalb von Gruppierungen beliebt, in der Vorweihnachtszeit nach einem verabredeten Modus an einem bestimmten Termin kleine Gaben unbemerkt zuzustecken. Beim traditionell gefeierten Julklapp werden die mit lustigen Sprüchen beschrifteten Geschenke erst am Weihnachtsabend nach dem Festmahl ins Weihnachtszimmer geworfen und unter viel Gelächter ausgepackt.

Wichtelgeschenke zu Weihnachten aus heutiger Sicht

Wurden beim Julklapp die Wichtelgeschenke noch von einem vermummten Unbekannten durchs Fenster ins Haus geschmuggelt, geht es beim modernen Wichteln etwas offener zu. Unverändert ist, dass der Verpackung beinahe die größte Bedeutung zukommt. Julklapp- und Wichtelgeschenke sollten so umständlich und kompliziert wie möglich verpackt werden, damit sich das Auspacken lange und möglichst heiter gestaltet. Wurden Wichtelgeschenke früher noch anonym zugesteckt, wird das Wichteln heute am liebsten in großer fröhlicher Runde inszeniert. Wichtelgeschenke zu Weihnachten geben dem bei uns eher besinnlich begangenem Fest eine spaßige und auflockernde Note. Man könnte es als ein Gesellschaftsspiel bezeichnen, bei dem zufällig ausgeloste Paarungen gebildet werden: Einer, der unerkannt schenkt, der andere, der empfängt. Den Schenkenden zu erraten, gehört genauso zum Ritual wie mit einem Geschenk einverstanden zu sein, dass mehr Missfallen auslöst als Freude.

Die Spielarten des Wichtelns

Der vorweihnachtliche Brauch hat sich über die Zeit in verschiedene Ausprägungen weiterentwickelt. Es gibt die Auslosung und zufällige Geschenkverteilung genauso wie festgelegte Zuordnungen. Möglich ist es, nach dem Auspacken der Geschenke, durch Würfelspiele eine Umverteilung herzustellen oder zu tauschen. Beim Mottowichteln werden bestimmte Geschenkarten vorgegeben, was sich positiv oder negativ, aber immer heiter auswirken sollte. Der Schrott-Julklapp ist beliebt, weil hier ungeliebte Gegenstände, Kitschgegenstände, skurrile Raritäten oder unbrauchbare und funktionslose Artikel verschenkt werden können, was unweigerlich für Lachsalven sorgt. Dass der Verschenkende dabei noch anonym bleibt, ist festes Prinzip. Beim Greuel-Wichteln darf es nicht nur, es muss ein besonders scheusslich anzusehendes Geschenk sein.

Glühwein und Plätzchen – unverzichtbare Requisiten beim Wichteln

Gerade für größere Gruppen ist es ein heilloser Spaß, liebevoll verpackte Wichtelgeschenke durch Würfelspiele den glücklichen Empfängern zuzuweisen. Die Gesellschaft bildet einen Kreis, in dessen Mitte die zugesteuerten Wichtelgeschenke gelegt und ausgewürfelt werden, ganz demokratisch reihum. Wer eine 6 würfelt, darf sich bedienen. Bei dieser Spielart der Wichtelgeschenke zu Weihnachten steht eindeutig der gesellige Aspekt im Vordergrund. Dass dabei getafelt und gezecht wird, versteht sich.

Wichtelgeschenke zu Weihnachten sollten Sie einmal ausprobieren. God Jul!