Original Dresdner Christstollen

Backwerk zu Weihnachten mit jahrhundertealter Tradition

Wohl niemandem ist heutzutage beim Kauf eines Original Dresdner Christstollen zu Weihnachten tatsächlich bewusst, dass es den Christstollen ohne Zustimmung eines früheren Papstes gar nicht geben würde. Ja sogar bei den Gesprächen zur Wiedervereinigung von Deutschland, war der Original Dresdner Christstollen ein wichtiges Verhandlungsthema zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der damaligen DDR.

Der Original Dresdner Christstollen und seine Geschichte

Die Geschichte vom Original Dresdner Christstollen reicht zurück bis in das 14. Jahrhundert und beginnt als aus Mehl, Hefe, Rapsöl und Wasser gefertigtes Fastengebäck für die christliche Adventszeit. Die Verwendung von Butter anstelle von Rapsöl war bei Strafe verboten. Erst die päpstliche Genehmigung aus dem Jahr 1490 sorgte in Form von sogenannten Butterbriefen für Abhilfe. Fast alle Butterbriefe waren allerdings mit „Bußgeldern“ in Form von Spenden verbunden. Ein Dresdner Herzog setzte schließlich durch, dass er auch seine Untertanen mit reichhaltigerem „Christbrod“ versorgen durfte. Nach Überlieferungen ist es einem im frühen 16. Jahrhundert in Sachsen ansässigen Hofbäcker zu verdanken, dass der heutige Christstollen mit Rosinen, Korinthen, Sultaninen, Orangeat und Zitronat sowie Mandeln zubereitet wird. Eine Rezeptur, die sich sogar in den Leitsätzen für feine Backwaren des Bundesministeriums für Ernährung wiederfinden lässt. Erst im Jahr 1997 gelang es dem Schutzverband Dresdner Stollen durch einen höchstrichterlichen Entscheid am Bundesgerichtshof, den Original Dresdner Christstollen mit einem speziellen Siegel als in Handarbeit hergestellten Christstollen zu schützen.

Der Original Dresdner Christstollen auf dem Striezelmarkt

Der Dresdner Striezelmarkt gilt als einer der größten und schönsten Weihnachtsmärkte von Deutschland. Darüber hinaus ist er einer der ältesten, denn die Geschichte des Striezelmarktes kann bis in das Jahr 1434 zurückverfolgt werden. Seit dem Jahr 1994 wird das Dresdner Stollenfest zu Weihnachten als absolutes Highlight des Striezelmarktes gefeiert. Traditionell findet dieses Fest am Sonnabend vor dem Zweiten Advent statt. Speziell für diesen Anlass wird ein riesiger Original Dresdner Christstollen gebacken, der in einer feierlichen Zeremonie angeschnitten und dann Stück für Stück verkauft wird. Der Erlös aus dem Verkauf dieses Christstollens wird zu Weihnachten immer gespendet. So wird mit der guten Tat im Grunde eine historisch überlieferte Tradition des Sorgens für bedürftige Menschen beibehalten und gepflegt, die durchaus in engem Zusammenhang mit dem Christstollen steht.

Die Vielfalt der Christstollen

Neben dem Original Dresdner Christstollen gibt es noch eine ganze Reihe anderer Christstollen, die regional unterschiedlich ihre absolute Berechtigung haben. Dazu gehören beispielsweise der Westfalenbäcker-Stollen, Münsterländer Stollen, Erzgebirgische Stollen, Kölner Stollen oder Erfurter „Schittchen“ Christstollen. Eine besondere Stellenspezialität sind der Bremer Klaben und der Münchner Kindl Stollen. Ebenso unterschiedlich, wie die Regionen, sind auch die verwendeten Zutatenkombinationen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, auch weitere Stollenarten zu erwähnen. Der Mandelstollen enthält interessanterweise in den meisten Fällen keine Rosinen. Der Marzipan- oder Persipanstollen ist mit einer Füllung aus speziell verarbeiteter Marzipan- oder Persipanrohmasse versehen. Butterstollen sind, angesichts der Ursprungsgeschichte des Christstollens, sogar eine außerordentliche Besonderheit. Schlussendlich sollen auch die Mohn-, Nuss- und Quarkstollen nicht ungenannt bleiben. Jedes Jahr wird zudem der Stollen-Zacharias, eine Art Oskar für Stollenbäcker, verliehen. Dabei werden für Weihnachten geschaffene neue Stollenkreationen ausgezeichnet.

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